Inspirationen - 3.2 Peter Kruse - Vernetzung

Shownotes

In dieser Folge geht es um den Psychologen und Systemtheoretiker Peter Kruse, dessen Denken die Entstehung der Entwicklungsbegleitung entscheidend geprägt hat. Waltraut Doering erzählt von ihrer ersten Begegnung mit ihm im Jahr 1994 und davon, wie seine Gedanken zur Selbstorganisation ihre Sicht auf Entwicklung grundlegend verändert haben.

Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Erkenntnis, dass Entwicklung nicht durch Planung oder Steuerung entsteht, sondern durch das Wechselspiel von Stabilität und Instabilität. Peter Kruse machte deutlich, dass Menschen – und besonders Kinder – ihre Entwicklung selbst organisieren. Die Aufgabe von Erwachsenen besteht deshalb nicht darin, Entwicklung zu machen, sondern Bedingungen zu schaffen, in denen Neues entstehen kann.

Anhand persönlicher Erfahrungen aus der Arbeit mit Kindern wird sichtbar, wie Vertrauen, Offenheit und die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen, zu einer Haltung werden, die Entwicklung ermöglicht. Eine Inspiration, die bis heute das Verständnis der Entwicklungsbegleitung prägt. . . . .

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nehmen wir gerne entgegen. Gerne lassen wir euch auch in unserem PodCast zu Wort kommen. Bitte meldet euch bei: Waltraut.Doering@EntwicklungsBegleitung-kurz-und-gut.de .

EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut

Ein PodCast von Waltraut Doering im Gespräch mit Michael Wingenfeld

Transkript anzeigen

00:00:14: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Entwicklungsbegleitung, Kurz & Gut.

00:00:21: Dies ist ein Podcast für alle die mit Kindern zu tun haben und ihre Kompetenzen im Umgang mit Kindern erweitern wollen – beruflich oder privat!

00:00:33: Ein Podcast von und mit Waldraud Döhring im Gespräch mit Michael Wingenfeld.

00:00:51: Hallo Waldrauth.

00:00:53: Heute machen wir unsere zweite Folge zum Thema Inspiration, also was hat dich inspiriert im Laufe deiner sehr langen Beschäftigung mit Entwicklungsbegleitung?

00:01:06: und ich freue mich dass du uns heute ein bisschen davon erzählst wie Peter Krause dich Peter Kruse, dich inspiriert hat?

00:01:17: und da möchte ich gerne dich bitten kurz ein bisschen über deine erste Begegnung mit Peter Krusse zu erzählen.

00:01:23: Ja hallo Michael mache ich gerne weil Peter Kruso war eigentlich die Hauptinspiration zur Entwicklungsbegleitung.

00:01:32: Er ist auch an der Namensgebung beteiligt gewesen, das es dann Entwicklungsbegleitung hinterherhieß.

00:01:40: Vorher hatten wir alle möglichen anderen Namen für diese Form der Arbeit und das war so schon für uns sehr wichtig.

00:01:50: Das war in fourneunzig Und ich kannte Peter Kruse schon bereits daher.

00:01:57: er war damals Professor an der Bremer Uni unter anderem, neben anderen Sachen die er noch gemacht hat und mein Mann hatte bei ihm seine Diplomarbeit zum Diplomsychologen geschrieben.

00:02:09: Und jetzt hatten wir in unserem Fortbildungsinstitut, mein Mann und ich damals eine Langzeitfortbildung geplant zu der auch andere Referenten kommen sollten und da hatten wir die Idee dass wir Peter Kruse mal fragen ob er zum Thema Entwicklungspsychologie etwas macht.

00:02:30: Also habe ich ihn angerufen und habe ihn gefragt.

00:02:33: Wir haben uns damals schon geduht, das war an der Bremer Uni so üblich und sag mal würdest du nicht herkommen als Referent?

00:02:41: Und was zum Thema Entwicklungpsychologie machen?

00:02:43: Und er sagte, ich komme gerne aber zum Thema Entwicklungspsychologie mache ich nichts.

00:02:49: Ich war etwas irritiert und er sagte zu mir Nee also Entwicklungs Psychologie wie sie normalerweise gehandhabt wird ist längst überholt und ich dachte, was machst du denn?

00:03:04: Und dann sagte er, ich würde gerne etwas zum Thema Selbstorganisation machen.

00:03:09: Das Wort war mir zwar als Begriff bekannt aber als Fachbegriff nicht wirklich.

00:03:14: Ich sagte, was ist denn das?

00:03:15: Dann hat er mir alles mögliche erzählt.

00:03:18: Zum Thema Chaos, Chaostheorie, Konstruktivismus und so.

00:03:23: Das fand ich dann so spannend!

00:03:26: Das dachte ich, ja also dann macht das anstelle.

00:03:30: Und dann kam er zu uns als Referent und, wie gesagt, wir hatten ja in den ersten Referenzen, der damals mit einem Beamer arbeitete, den ich kannte.

00:03:44: Und zu diesem Zeitpunkt weil die Beamer noch nicht so lichtstark waren musste man den Raum komplett verdunkeln.

00:03:49: das heißt wir hatten knapp zwanzig Fortbildungsteilnehmer da, die im Komplett im Dunkeln saßen.

00:03:58: Er hat das mit Pausen natürlich erst mal drei Stunden am Vormittag gemacht und hat dann nochmal den Nachmittag drei Stunden gemacht.

00:04:06: Und ich habe gedacht, um Gottes Willen die Leute da die ganze Zeit im Dunkeln sitzen.

00:04:11: aber es war so faszinierend!

00:04:13: Es war so unglaublich beeindruckend was er zum Thema Selbstorganisation da alles gesagt hat dass auch ist.

00:04:21: den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz genauso ging.

00:04:25: Die saßen da alle mit offenen Mündern Die Dunkelheit machte nichts.

00:04:31: Was hat denn dann dich und die Teilnehmerinnen so angesprochen, was war das?

00:04:37: Es waren diese andere Sichtweise auf das Thema Entwicklung.

00:04:44: nicht so ja es geht in den Stufen ist wird das und dass sondern Peter Großer hat damals in diesem Vortrag etwas erzählt zum was für uns der große Teil In unseren späteren Fortbildungen wurde zum Thema Stabilität und Instabilität.

00:05:04: Und dieses Wechselspiel, was bedeutet es wenn wir Menschen uns entwickeln in einem Wechsel-Spiel von Stabilkeit und Instabilität?

00:05:15: Es war so faszinierend zu sehen, unsere Altersbegriffe von Stabilität.

00:05:20: Ja, Stabilität gut instabilität schlecht.

00:05:23: aber diese Wichtigkeit was bedeutet Stabilitet als Grundlage?

00:05:29: Aber was bedeutet Instabilität überhaupt?

00:05:33: die Wichtigheit nämlich etwas zu verändern in etwas Neues hineinzugehen dass das die eigentliche überhaupt die einzige Möglichkeit ist uns weiterzuentwickeln Denn wenn wir immer in der Stabilität bleiben würden, dann würden wir quasi uns nicht mehr weiterentwickeln können.

00:05:51: Wir müssen in diese Veränderung hineingehen und dieser Wert, diese Wichtigkeit der Veränderungen.

00:05:57: Und das fanden wir alle so.

00:05:59: was von faszinierend, dass sie gesagt haben okay eigentlich eben Leben besteht in Veränderungs-, Weiterentwicklung, Entwicklung besteht in Änderungen.

00:06:09: Das waren die faszinierendsten Aspekte, die Peter Kruse damals eingebracht hat.

00:06:15: Da habe ich eine genau passende Frage nach dem Motto Was hat es denn dann bei dir verändert?

00:06:21: Also welche Wissermaßen Welche Stabilität hatte ihr genommen und was hast du dann anschließend ja anders gemacht?

00:06:33: Ja auf jeden Fall meine stabilität meiner eigenen Planung.

00:06:39: Ich war damals jemand, kann ich heute immer noch ganz gut diese sehr gut planen organisieren vorbereiten.

00:06:48: Kann und so weiter und sofort.

00:06:50: Und für mich war Planung sehr sehr wichtig dass sich meinte so Ja in dem was ich tue dann auch So zu reagieren zu können wie ich es wollte und diese Planung auch in gerade im Bezug dann nicht nur auf die Fortbildung, sondern auf die Kinder.

00:07:10: Ich habe auch relativ viel in der Arbeit mit den Kindern vorher geplant.

00:07:14: Was machen wir in dieser Stunde?

00:07:17: Wie gehe ich mit dem Kind vorab jetzt das vorher alles überlegt und hab dann plötzlich gemerkt ne Ja, in der frei nach dem Motto Leben ist das was passiert während du andere Pläne machst.

00:07:28: Äh und äh ja ganz genau dann so dieser Nein ich muss gar nicht planen!

00:07:34: Ich kann mich einlassen auf dass was kommt?

00:07:37: Ich kann dich auch diese Veränderung ein lassen.

00:07:40: Ich kann mir einlassen dass ich auch im Moment gar nicht weiß was zu tun ist.

00:07:44: Und sogar im Zusammenhang mit Kindern, ich kann den Kindern sagen Du ich weiß jetzt auch gerade nicht weiter.

00:07:50: Ich muss nicht alles wissen Sondern aus dem Moment heraus diese meine Reaktionen nehmen und dann in den ganzen Zusammenhang das Vertrauen darauf, dass ihn mir schon sich genügend angesammelt hat.

00:08:08: Dass ich ja quasi die Möglichkeit habe zu reagieren, dass ich nicht hilflos bin ausgeliefert dem, was da kommt.

00:08:18: Und das hat bei mir Peter Kruse bewirkt und es hat wirklich in meinem Leben unglaublich viel verändert.

00:08:25: Das ist aber sehr spannend!

00:08:27: Du sagst ja du hast dich dann einfach mehr darauf eingelassen weniger geplant?

00:08:34: Was hast du denn bei den Kindern beobachtet?

00:08:38: Erst mal habe ich beobachtet dass ich wesentlich entspannter in alles reingegangen bin.

00:08:45: genau das Zusammenhang dann auch mit dem, was ich Hirnorganisch von Gerard Tüter erst später erfahren habe.

00:08:53: Mit unseren sogenannten Spiegelneuronen und so weiter hat sich das direkt auf die Kinder ausgewirkt, dass sie auch viel lockerer waren und mir dann letztendlich viel mehr gezeigt haben von dem,was in ihnen passiert.

00:09:09: Kannst du es ein bisschen ja vielleicht an einem Beispiel ein bisschen lebendiger werden lassen?

00:09:18: Ja, ich bin gerade mal überlegen.

00:09:20: Es gab so viele Beispiele, dass ich jetzt mal eben kurz überlegen muss welches ich dann nehme.

00:09:26: Ich nehme das was ich in meinem Beispiel einem anderen Podcast in meinem zweiten Beispiel des anderen Podcasts gesagt habe ein Junge der relativ klein war und ja dabei aber immer sehr schnell schon das Label ADHS haben wollte, der mir dann irgendwann gesagt hat.

00:09:50: Gewaltwort wenn man so klein ist wie ich und dann muss man schnell und stark sein sonst kommt man im Leben nicht weiter.

00:09:59: Und ich bin ganz sicher Das hat mir der Junge nur sagen können weil Ich Signalisiert habe ich bin bereit alles aufzunehmen was du da hast.

00:10:09: dieses und dass habe ich an vielen Stellen gehabt dass Kinder plötzlich etwas gesagt haben oder etwas getan haben, was ich nicht erwartet hätte.

00:10:19: Also mein anderes Beispiel ein Kind das sich nicht gerne und viel bewegen mochte war es immer so es galt als faul war auch ein bisschen übergewichtig aber wir saßen zusammen es ist alles okay.

00:10:38: Ich will dich nicht verändern, das kommt natürlich auch mit da rein.

00:10:41: wenn ich nicht plane will ich auch nichts zu ändern.

00:10:43: beim anderen kann den Anderen einfach so nehmen mal gucken voller Überraschungen warten was aus dem Kind rauskommt und dann dass ein kind in einer stunde plötzlich ja nicht nur aufstand wir saßen von am boden nicht quasi aufsprang und zu einer Kletterwand ging, dann hochkletterte und sagte, jetzt bin ich hier.

00:11:08: Und ich war komplett überrascht, hätte ich ihm nie zugetraut.

00:11:11: Ich bin relativ sicher, wenn ich etwas geplant hätte mit ihm was wir zu tun hätten, hätte er das gar nicht zeigen können.

00:11:18: Ich war viel offener und viel bereiter für das, was aus den Kindern spontan raus kann.

00:11:25: Super!

00:11:26: Das ist aber nett.

00:11:27: nach dem Motto die wesentliche Erkenntnis ist dass Kinder dich überraschen

00:11:32: Ja und ich mich überraschen lassen kann.

00:11:35: Ich muss nicht alles im Griff haben.

00:11:38: Sehr schön, sehr schön!

00:11:39: Was ist denn?

00:11:40: Ich sage jetzt mal das würde ja die Hypothese eröffnen zu sagen, das können jetzt eigentlich jeder.

00:11:47: trotzdem bist du ja, wie sag mal Handlungskompetenter in Umgang mit den Kindern weil du ja doch bestimmte Sachen weißt, die andere vielleicht nicht wissen.

00:11:59: Wenn ich das jetzt so richtig verstanden habe, hast du praktisch deine Selbstorganisation verändert weg vom Plan hin zum Schaumermal.

00:12:10: Aber das heißt ja wenn dann irgendwie Schaumanmal passiert, passiert in deiner Betreuung der Entwicklungsbegleitung trotzdem was anderes?

00:12:21: Was ist das, was eine bewusste Entwicklung Begleitung durch dich oder durch Leute, die das gelernt haben unterscheidet von einer, ich sage mal eher naiven Entwicklungsbegleitung.

00:12:42: Da würde ich einen Unterschied machen.

00:12:44: Ich glaube, die sogenannte naive Entwicklungs- begleitung ohne Wissen kann manchmal sogar mindestens genauso passend sein wie das was ich mache Vielleicht an manchen Stellen sogar noch passender.

00:13:01: Ich sag bewusst nicht besser oder schlechter, richtig oder falsch sondern passender zu der Situation weil das auch damit hineingehört in die Selbstorganisation.

00:13:10: Das ist für mich diese Begriffe das muss so sein dass es richtig das ist falsch In der Form gar nicht mehr So gibt Sondern Es passt in dieser Situation und es passt in Dieser situation.

00:13:23: Nicht also das nur so am Rande Also wie gesagt diese ohne viel Wissen.

00:13:28: Und zwar genau dann, wenn es Menschen sind die sich auf ihre innere Stimme, man könnte sagen Intuition oder so etwas verlassen und in sich hinein hören Dann können sie das im Prinzip genauso passend machen.

00:13:50: Nur wir Menschen sind immer der Meinung Wir müssten viel wissen.

00:13:54: Ja Aber das ist auch ein zum Beispiel für einen Satz, den Peter Kruse gesagt hat.

00:13:59: Nicht die Menge des Wissens ist entscheidend, sondern die Art und Weise wie Wissen vernetzt wird.

00:14:05: Peter Krus war ja ... hat sich sehr viel eben mit Vernetzung im Gehirn oder nachher später im Umfeld beschäftigt.

00:14:15: Und es geht nicht in erster Linie darum viel zu wissen, viel zu lernen, sondern es geht darum, aufnehme, eingebettet in mein Gesamtsystem.

00:14:27: Und da gibt es dann eine Chaostheorie oder eine Selbstorganisation auch diese Überlegung dass ich eben wenn ich wissentlich also in meinem Bewusstsein etwas verändern möchte das nicht unbedingt der notwendigen Veränderungen entspricht dieses gerade auch Veränderung oder eben Instabilität, wenn sie aus uns herauskommt.

00:14:58: Und da passt das wieder in das Schema von Peter Kruse oder was Peter Krusse mich gelehrt hatte?

00:15:05: Nein!

00:15:07: Wir haben alles in uns.

00:15:10: Es ist bei uns schon... wir müssen es nur in der Form rauslassen wie es bei uns vernetzt hat und nicht durch Planende Gedanken.

00:15:21: Und insofern würde ich sagen, ich unterscheide dann nicht Menschen die mehr oder weniger wissen haben sondern Menschen die Mehr-oder-weniger sich quasi sich selbst betrachten.

00:15:35: was ist eigentlich alles in mir?

00:15:38: und Das unterscheidet uns.

00:15:40: Und sehr häufig ist es eben so, dass Menschen die schon angefangen haben – also bei uns in die Fortbildung kommen natürlich Leute, die haben schon ganz viel Wissen angesammelt und die dann wie ich damals auch meinen auf diesem Wissen basierend etwas bewirken oder machen zu wollen.

00:16:01: ist nicht der entscheidende Punkt, nicht die Menge des Wissens.

00:16:04: Sondern was ist bei mir drin?

00:16:07: Mein eigener innere Zustand und da komme ich wieder auf die Selbstentwicklung der Erwachsenen, die eben in die Richtung gehen, die eigene Balance zwischen Stabilität und Instabilität herstellen zu können selber.

00:16:22: das Gefühl zu haben, okay ich habe Stabilität.

00:16:25: Ich hab eine Grundlage, ich habe eine innere Ruhe und ausgangsbasis und dann in die Instabilität gehen und sich überraschen zu lassen nicht nur von den Kindern sondern auch von den eigenen Gedanken.

00:16:38: heißt es dass einer zu große Kompetenz Orientierung den Zugang zu den eigenen Ressourcen eventuell verhindert?

00:16:50: Ja Und zwar das Wort auf Kompetenzorientierung.

00:16:56: Nicht Kompetenzen, sondern auf Orientierung.

00:16:58: wenn ich meine Ich müsste viel wissen!

00:17:01: Das ist das was sich die im Bewusstsein permanent quasi hin und her schiebe dass darum geht's und das ja auf jeden Fall.

00:17:11: Das heißt also ich beobachte?

00:17:12: Ich bin offen nicht Beobachter ein Kind und nimm erstmal die Beobachtetung so wie sie ist Und dann kann ich meine Kompetenz zu Rate ziehen nach der Motto, okay was kann ich eventuell daraus machen?

00:17:25: Also Handlungsleiten eventuell aber zunächst mal offen sein für die Beobachtung.

00:17:30: Ja, offen für die beobachterung und allgemein für das was kommt.

00:17:35: nicht abwehren müssen nie das passt jetzt nicht.

00:17:38: damit bin ich nicht da bin bin ich überfordert sondern diese Bereitschaft.

00:17:43: Das hat natürlich auch damit zu tun, wie sehr vertraue ich mir selber.

00:17:48: Dieses Vertrauen zu mir selber, dass ich es in mir habe und die Möglichkeiten habe, das hängt wieder damit zusammen, dass sich diese Balance von Stabilität und Instabilität habe.

00:18:02: Und das geht dann ganz genauso für die Kinder!

00:18:07: Das ist ja das Schöne an den Kindern meistens, wenn sie nicht schon durch die Umwelt so sehr verbogen wurden.

00:18:15: Dass Sie eigentlich nach diesen eigenen inneren Bedürfnissen und Wünschen oder Ausdehnen heraus reagieren und handeln.

00:18:24: Und dann werden sie von der Umwelt eingegrenzt und werden den Wünschungen und Vorstellungen in der Umwelt unterworfen.

00:18:32: Damit sind wir wieder bei Gerhard Hüter.

00:18:37: die Kinder an sich selber zu verwickeln und zu verbiegen.

00:18:41: Und dann ist genau das nicht mehr da, um da wieder hinzufinden.

00:18:45: Das war für mich Peter Kruse wirklich der Auftakt.

00:18:50: Gibt es im Punkte wo du Peter Krose widersprichst oder zumindest sagst ah den Teil kann ich jetzt nicht gebrauchen?

00:19:00: Ich habe noch nichts festgestellt was ich hier nicht gebrochen könnte.

00:19:07: Es könnte aber auch daran liegen, dass ich eben wie Peter Kruse selber auch war.

00:19:13: Ihnen nicht so als Wissensvermittler angesehen habe sondern nur als Anreger und er hat mich angericht und damit hab' ich aus dem was sich von Peter Kruso mit Peter Krusse erlebt habe, habe ich dann mein eigenes gemacht und damit gab's dann irgendwann keine Widersprüche.

00:19:37: Leider ist er inzwischen ja schon eine Weile tot und ich hätte gerne mit ihm an manchen Stellen heutzutage noch mal wieder diskutiert, wie er das sehen würde.

00:19:49: Und weil ich habe natürlich mein eigenes Beziehungsweise erst meinen Mann und ich zusammen und dann nach seinem Tod von meinem Mann.

00:19:57: Ich alleine mein eigenstes draus gemacht.

00:20:01: Dann hab' ich noch eine Frage Die Idee von Peter Kruse hast du jetzt schön lebendig werden lassen.

00:20:10: Was wäre ein Spielzeug, ein Objekt in der Entwicklungsbegleitung?

00:20:17: Wenn Kinder, wenn in dem Raum wo die Kinder sind so ein Objekt wäre, Spielzeug möbel oder auch immer dann würde dort genau das unterstützen was Peter Krusen als Idee propagiert hat.

00:20:28: Glaube

00:20:35: es gäbe gar kein Spielzeug weil alle Spielzeuge, die hergestellt sind, nach den Vorstellungen der Hersteller.

00:20:47: Und damit sind sie begrenzt!

00:20:50: Für mich wäre das ideale Spielzeug die Natur draußen.

00:20:56: Das heißt was wir draußen vorfinden und wenn wir daraus... es kann draußen ein Stückchen sein, ein Grasheim Oder irgendetwas anderes, was wir finden.

00:21:09: Kleinen Steinchen oder irgendwas, das wir in der Natur finden weil genau das kann von den Kindern dann so verändert werden dass es für sie passt zusammengestellt werden.

00:21:22: Das heißt gerade viele Spielzeuge.

00:21:27: Es gibt auch gute Sachen.

00:21:29: ich sage da gleich noch etwas dazu.

00:21:30: Aber viele Spielzeuge sind ja So vorgegeben in den Möglichkeiten.

00:21:37: Das fängt ja bei den Babys an, dann haben die so irgendwie so ein Tablett wo verschiedene Knöpfe drauf sind.

00:21:45: wenn sie auf den einen Knopf drücken Dann kommt der Ton raus und bei dem anderen passiert das.

00:21:50: und dass meine Güte ist das künstlich.

00:21:53: genau das hängt uns total ein Und draußen in der Natur ist es eben nicht künstlig.

00:22:00: da haben wir die Möglichkeit alles zusammenzustellen.

00:22:03: Wir selber benutzen das quasi in unseren Räumen, weil wir arbeiten natürlich mit den Kindern auch in Räumeln.

00:22:16: Nicht immer Gott sei Dank können wir auf hier rausgehen.

00:22:18: aber okay wir verarbeiten in den Räume und da gibt es Schaumstoffbausteine in verschiedenen Größen.

00:22:25: Und manche sind schon halb so groß wie das Kind, also große Bausteine und auch kleine aus Schaumstoffe die sind leicht genug aber aus denen kann man alles Mögliche machen.

00:22:36: da kann man ein Beck machen, dass man sich drauf liegt Da kann man einen Turm bauen den man umwerfen will, da kann eine Treppe bauen.

00:22:44: und genau das und das ist für mich Peter Große

00:22:48: Das ist jetzt schön also zu sagen naja Die Natur ist eigentlich die perfekte Umgebung für die Entwicklungsbegleitung oder für die Entwicklung des Kindes, die stellt alle Ressourcen zur Verfügung und zusätzlich kann man in Räumen mit solchen Bausteinen auch bestimmte Effekte erzählen.

00:23:08: Ja also ganz wichtig ist diese Vielfältigkeit der Möglichkeiten.

00:23:17: Das ist ein ganz, ganz wichtiger Teil der eben auch in dieser Chaos Theorie mit drin ist.

00:23:26: Es ist ja alles im Chaos und wenn es im Chaos ist dann kann ich mir aus dem Chaos eine Ordnung wieder herstellen und das ist diese... Und dann das nächste ist die Ordnung zu zerstören und da ist vielleicht ein Zitat von Peter Kruse.

00:23:42: zum Schluss noch was mehr sehr Wichtig ist vielleicht noch, sagt noch etwas aus.

00:23:48: Auf den ersten Blick etwas sperrig fand ich aber dann komplexe Systeme lassen sich nicht steuern sondern nur irritieren was heißt dass wir alle sind komplexes Systeme weil wir haben ein Gehirn das so komplex ist wie man sich gar nicht komplexer vorstellen kann.

00:24:07: Und das heißt, wir haben es, wenn wir mit Menschen umgehen immer mit komplexen Systemvorschlägen zu.

00:24:15: Diese lassen sich eben nicht planen, steuern von uns aus Ordnungen herstellen und so weiter.

00:24:21: Wenn ich möchte, dass sich etwas verändert dann muss ich dieses komplexe System irritieren also in die Instabilität gehen.

00:24:30: Das heißt auseinandernehmen Und quasi Chaos herstellen ist ein wunderbarer Weg, um neue Ordnungen zu schaffen.

00:24:42: Große Klasse!

00:24:43: Danke für diese abschließenden Worte.

00:24:46: Danke Walteroth.

00:24:46: Ja gerne Michael.

00:25:00: Sie hörten einen Podcast zum Thema Entwicklungsbegleitung von Waldra Döring im Gespräch mit Michael Wingenfeld.

00:25:09: Weitere Informationen können sie bekommen über die Website www.

00:25:19: Und wenn ihr Lust habt, mit uns Kontakt aufzunehmen, würden wir uns sehr freuen.

00:25:24: Also jede Form von Fragen, Hinweisen vielleicht eigene Erfahrungen, Ergänzungen bitte meldet euch gerne über die E-Mail Adresse auf der Internetseite www.entwicklungsbegleitung.de.

00:25:39: Wir freuen uns auf eure Kontaktaufnahme und Nachricht!

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