Inspirationen - 3.6 Emmi Pikler - Selbstwirksam
Shownotes
In diesem Podcast geht es um Emmi Pikler und ihre Inspirationen für die Entwicklungsbegleitung. Waltraut Doering erzählt im Gespräch mit Michael Wingenfeld, wie sie durch einen alten Film über die Bewegungsentwicklung von Kindern auf Emmi Pikler aufmerksam wurde. Besonders beeindruckte sie dabei nicht, was die Kinder taten, sondern mit welcher Genauigkeit Pikler beobachtete, wie sie etwas taten.
Daraus entstand eine wichtige Verbindung zur Entwicklungsbegleitung: Kinder nicht vorschnell anzuleiten, sondern ihnen zuzutrauen, ihren eigenen Weg zu finden. Genaues Beobachten, Zeit lassen und Vertrauen in die selbstständige Entwicklung des Kindes bilden dafür die Grundlage. Dabei wechseln sich Stabilität und Instabilität immer wieder ab: Aus einer sicheren Position heraus wagt das Kind Veränderung und macht neue Erfahrungen.
Gleichzeitig brauchen Kinder Erwachsene, die ihnen Sicherheit und Halt geben – durch Beziehung, Berührung, Stimme und verlässliche Präsenz. Auf dieser Grundlage können sie selbstständig die Welt erforschen und Selbstwirksamkeit erfahren.
Emmi Piklers Haltung lässt sich deshalb weit über das Säuglingsalter hinaus übertragen: das Kind ernst nehmen, es sein lassen und aufmerksam wahrnehmen, was es uns durch sein Tun und seine Bewegung zeigt. . . . .
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nehmen wir gerne entgegen. Gerne lassen wir euch auch in unserem PodCast zu Wort kommen. Bitte meldet euch bei: Waltraut.Doering@EntwicklungsBegleitung-kurz-und-gut.de .
EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
Ein PodCast von Waltraut Doering im Gespräch mit Michael Wingenfeld
Transkript anzeigen
00:00:14: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Entwicklungsbegleitung, kurz und gut.
00:00:21: Dies ist ein Podcast für alle die mit Kindern zu tun haben und ihre Kompetenzen im Umgang mit Kindern erweitern wollen – beruflich oder privat!
00:00:33: Ein Podcast von und mit Waldraud Döring im Gespräch mit Michael Wingenfeld.
00:00:51: Heute sind wir wieder zu einem weiteren Podcast zusammen in unserer kleinen Serie Inspirationen der Entwicklungsbegleitung.
00:01:00: Also, wer hat eigentlich die Entwicklungs- Begleitung so inspiriert und vor allen Dingen dich?
00:01:07: Und du hast mir mal von einer Emmy Pickler erzählt, die offensichtlich eine ganze Reihe Ideen hatten, die dich inspiriert haben.
00:01:17: Und darüber würde ich gerne heute mehr erfahren!
00:01:21: Ja, hallo Michael.
00:01:23: Gerne!
00:01:24: Emmy Pickler gehört zu denen die nicht das grundlegende Konzept der Entwicklungsbegleitung mitgeprägt haben aber trotzdem ziemlich von Anfang an durch ihre... Das was sie verbreitet hat, was sie gemacht hat mich sehr inspiriert und beeinflusst hat Und ich erinnere mich noch genau Nicht mehr an den Zeitpunkt, aber an das was passiert ist.
00:01:52: Es muss irgendwann in den neunziger Jahren gewesen sein dass mir eine Physiotherapeutin einen Film gegeben hat von Emmie Pickler in schwarz-weiß uralt mit Zeichnungen versehen und zwischendurch auch tatsächlich mit gefilmten Kindern Und in diesem Film ging es um die motorische Entwicklung von Kindern.
00:02:21: Ich habe den gesehen und war so etwas beeindruckt, gar nicht mal von den motorischen Entwicklungen der Kinder – die kannte ich ja!
00:02:31: Sondern wie Amy Pickler sie sieht, wie sie sie interpretiert was sie für Worte dazu gefunden hat.
00:02:41: Da war noch von dem, was ich letztendlich dann von Emil Pickler alles weiter erfahren habe.
00:02:46: Noch gar nicht so viel drin aber dieser Geist oder in der Inspiration dieser Spirit von ihr war da schon so richtig in den Filmen enthalten und das hat mich so neugierig gemacht auf die Frau dass ich natürlich auch Bücher für ihr gelesen hab Aber in allererster Linie ganz ganz ganz viel.
00:03:07: Gott sei Dank gab es sie Videos angeguckt haben Ja, und das was dann am stärksten weiter war, was aus dieser motorischen Entwicklung hervorgegangen ist.
00:03:21: Es ist so ein Zitat – das habe ich später gefunden in ihrem Buch Friedliche Babys zufriedene Muttern – Ein Kind, dass durch selbstständige Experimente etwas erreicht erwirbt einen ganz andersartiges Wissen als eines dem die Lösung fertig geboten wird.
00:03:42: Das ist natürlich synchron mit dem, was wir in der Entwicklungsbegleitung immer wieder auch gedacht und gemacht haben.
00:03:53: Das war spannend!
00:03:55: Gibt es denn irgendetwas wo du sagst?
00:03:57: Na ja also die zwei drei vier Sachen sind irgendwie mehr oder weniger unmittelbar auch in deine eigene Entwicklungs- begleitung von Kindern und dann auch in die Beratung von Entwicklungs Begleitung von Kinder reingeflossen.
00:04:15: Ja, da kann ich jetzt gar nicht mehr so genau Auskunft geben.
00:04:18: Weil dieses Unmittelbare habe ich gar nicht mir gespürt.
00:04:23: Es war ein ständiger Prozess des Einfließens.
00:04:28: Dann hab' ich in einem Video wieder das gesehen und wieder das gesehn'.
00:04:32: Und... Ich hab immer wieder gedacht, oh ja!
00:04:35: Das passt genau und das mache ich auch so und das könnte ich anders... würde mich in meinem Handeln auch noch weiterentwickeln.
00:04:46: Und da spielte eben auch wieder, wie bei anderen Autoren eine ganz große Rolle die genaue Beobachtung des Kindes.
00:04:55: Eben nicht zu sagen, das Kind hat das und das, das braucht das und also mache ich jetzt das!
00:05:01: Eben Nicht dieses Machen sondern... Das hat Emmi Picklauch immer wieder betont.
00:05:08: Ich habe Vertrauen darin, dass das Kind es selber machen kann.
00:05:14: Und das wiederum passt dann sehr schön.
00:05:17: und das heißt ich bevor ich in Hand ins Handeln komme, gucke ich erstmal Beobachtung weil das Kind sagt mir eigentlich den Weg und das Kind zeigt mir was es macht.
00:05:31: und wie ist das Macht?
00:05:33: Das habe ich auch bei Emmy Pickler immer wieder gefunden Und das heißt, sie hat mich noch weiter auch dazu inspiriert.
00:05:44: Eben nicht vorschnell ins Tun, ins Handeln zu gehen und meine Meinung dem Kind aufzudrücken.
00:05:52: Sondern ... Zu sagen, zu spüren, zu sehen, zu hören aber vor allen Dingen auch zu spürn was zeigt oder sagt oder teilt mir das Kind mit?
00:06:05: Das war... ganz deutlich.
00:06:09: Kannst du dich an konkrete Situationen erinnern, wo du sagst ja da habe ich genau das und dass bei dem Kind beobachtet?
00:06:21: Und ich sage mal aufgrund der Anregung von Emmi Pickler ist mir das und das klar geworden weil ich muss zugeben... Ich kann mich das jetzt noch schwer vorstellen.
00:06:32: also du bist in einem Raum und da is ein Kind und du beobachtest das Kind.
00:06:38: Was heißt das?
00:06:39: Das Kind genau beobachten.
00:06:43: Oh, das ist eine schwere Frage!
00:06:46: Was heißt es?
00:06:50: Ja gehen wir davon aus was können wir überhaupt beobachen?
00:06:54: Wir können ja in aller erster Linie die Bewegungen, das tun die Aktivitäten des Kindes beobachten.
00:07:01: Denn seine Gedanken, seine Gefühle
00:07:04: etc.,
00:07:04: können wir ja gar nicht beobachen.
00:07:06: Die interpretieren wir ja aus unseren Beobachtungen.
00:07:09: Das heißt ich habe mir angeguckt wie bewegt sich und wie beweht sich das Kind?
00:07:16: Und was tut es?
00:07:17: Da hab' ich aus Emmi Pickler zum Beispiel in der Bewegung muss sie einen ganz kleinen Schlenker machen.
00:07:25: Die Bewegungsentwicklung wird ja entwicklungspsychologisch oder motorisch so gesehen, dass gesagt wird erst macht das Kind das.
00:07:34: Dann liegt es auf dem Rücken dann dreht es sich um.
00:07:38: Dann kommt es hoch und dann kommt es irgendwann in den Sitz im Vierfüßlerstand und zum Stehen also die einzelnen Etappen von dem Kind, die da zu beobachten wären.
00:07:52: Und Emmy Pickler hat mich gelehrt Nicht das, was tut das Kind?
00:07:58: Sondern wie tut es etwas und da sind die Bewegungsübergänge zum Beispiel ganz wichtig.
00:08:05: Das heißt nicht das Kind kommt vom Vierfüßlerstand ins Krabbeln!
00:08:12: Wie macht es das genau?
00:08:14: Was tut es dabei?
00:08:16: Wann hebt es eine Hand?
00:08:18: Wann hebt es ein Bein, Knie oder eben auch bei der Aufrichtung.
00:08:23: Wie macht das Kind das?
00:08:24: Wie kommt es vom Vierschlüsselerstand oder vom Sitzen ins Stehen?
00:08:30: Was genau macht es?
00:08:32: nicht nur was passiert da sondern wie ist dieser Übergang und diese Bewegungsübergänge?
00:08:38: Da hat Emil Pickel mit ganz viel beigebracht das nochmal genauer zu sehen.
00:08:44: Und das passt ja auch genau in unseren Ansatz von Stabilität und Instabilität, dass wir immer wieder Stabilitätssuchen eben auch in der Motorik.
00:08:56: Stabile Positionen und dann in die Veränderung, in die Instabilitäten gehen wobei die Position instabiler wird und dann entsprechend wieder zur Stabilitet kommt.
00:09:09: und das passt so schön zusammen.
00:09:11: Das heißt Wenn man jetzt ein Kind sieht, was in einer vermeintlich stabilen Lage ist und dann aber in eine instabile Lage hineingeht.
00:09:24: Heißt das?
00:09:24: Man sieht praktisch dass dieses Kind bereit ist für Experimente, für Instabilität.
00:09:31: Ja!
00:09:32: Und damit für Veränderung und damit zur Weiterentwicklung ganz genau das.
00:09:37: Und da sieht man schon sehr früh wie ein Kind zum Beispiel von der Liegeposition in eine andere kommt.
00:09:50: Und bei dieser Liege-Position kann ich jetzt beobachten, dass ein Kind stabil auf dem Rücken liegt also bequem gemütlich ruhig, sicher.
00:10:08: Und dann fängt es natürlich an sich zu bewegen und dann bewegt das arme Beine.
00:10:13: und irgendwann bewegt dieses Kind Arme oder Beine – und das ist egal womit es anfängt über seine Körpermitte hinaus und verlagert damit den Schwerpunkt!
00:10:25: Wenn es den Schwerkpunkt verlagern nach einiger Zeit fällt es automatisch auf die Seite durch die Schwerpunktverlagerung.
00:10:33: Und genau das kann ich beobachten, wie macht ein Kind das?
00:10:37: Wie gezielt geht es diese Schwerpunkt-Verlagerungen an?
00:10:41: und dann was passiert, wenn das Kind tatsächlich umkippt auf die Seite und vielleicht auch weiter in Richtung Bauchlage.
00:10:50: Diese Feinheiten in der Bewegung – und dass Emmi Pigler auch immer wieder gesagt hat, ein Kind ist unglaublich viel in Bewegung!
00:11:00: Ich muss nur gucken Wie ist das Macht?
00:11:02: Wird die Bewegung hektisch oder geht sie voran, wie häufig wird eine Bewegung wiederholt?
00:11:08: und all das habe ich noch mal intensiv durch bei Emmy Pickler und ihren Beispielen beobachten können.
00:11:16: Und das war der Anfang.
00:11:18: aber genau diese Bewegungsentwicklung war nur der Anfang.
00:11:22: Emmy Picker hat mir noch ganz viel mehr beigebracht.
00:11:27: Was denn?
00:11:29: Ja Das, was eben auch mit der Entwicklungsbegleitung dann wunderbar einhergeht.
00:11:35: Dass es ihm nicht nur um Bewegung geht sondern die Bewegung hat ja einen Inhalt, einen Ziel, einen Sinn.
00:11:45: und dieser Sinn oder das ist nicht die Bewegungs selber sondern ist die daraus entstehende Handlung.
00:11:52: Das heißt mit seiner Bewegung jetzt Erzielt das Kind ja etwas.
00:11:57: Es geht in eine Handlung rein, es entwickelt sich nicht nur bewegungsmäßig weiter sondern es bewegt sich eben auch weiter in Richtung seines Tuns.
00:12:08: und mit dem Tun auch mit seinem Denken und diesen Dingen Das heißt Es erlebt, es bewegt sich fort.
00:12:17: Es fängt an zu forschen und zu untersuchen.
00:12:20: Alles das macht es über die Bewegung.
00:12:23: Und das macht aber in dieser Einheit von Körpersälen und Geist wiederum.
00:12:27: Das finde ich bei Emmi Pickler genau wieder.
00:12:32: Das hat mich dann auch noch mal was?
00:12:35: wohin krabbelt ein Kind?
00:12:38: Wann hält es an?
00:12:39: Wo hält es an?
00:12:40: An welcher Stelle?
00:12:41: Was tut das dann stattdessen, wenn es jetzt nicht mehr krabbelt.
00:12:45: Nimmt es einen Gegenstand, nimmt es Kontakt auf zur Umwelt zu Dingen oder Menschen aus der Umwelt?
00:12:52: und all das hat Amy Pickler mir so viel Grundlage gegeben die noch mal wunderbar passte in ja die ganzen Entwicklungsgedanken, die wir in der Entwicklungsbegleitung auch hatten.
00:13:04: Das ist aber spannend.
00:13:07: Wenn ich mir jetzt so einen Raum mit so einem Kind vorstelle, dann sage ich mal ganz naiv wäre.
00:13:14: Ich sag mal ein Teppichboden oder Holzboden wohnen, Kind halt rumkrabbelt.
00:13:18: Aber wie soll ich sagen?
00:13:20: Da ist die Umgebung natürlich wenig inspirierend für das Kind sondern es hat ja nur die Fläche.
00:13:25: Gibt es aus deiner Sicht auch aufgrund der Anregungen von M. E. Pickler irgendwelche Sachen wo du sagst Naja also Es macht Sinn, im Raum bestimmte Sachen zu haben oder dem Kind gewisse Signale zu geben damit man dann anschließend durch die Bewegung zusätzliche Impulse für sein eigenes Handeln bekommt.
00:13:55: Ja das gibt es auch bei Emmi Pickler und da deckt sich das was so in ihren Videos auch zeigt, sehr gut mit dem was auch bei Occulturier passiert.
00:14:12: Es geht eben um Materialien die Vielfach einsetzbar sind, also nicht vorgefertigte Boxen in die man quasi drauf drückt und dann passiert was oder so.
00:14:26: Sondern Amy Pickler arbeitet ja auch sehr viel mit Alltagsmaterialien zum Beispiel ganz normale kleine Blechschüsseln in verschiedener Größe.
00:14:38: Und das ist unglaublich!
00:14:39: Was Kinder mit Blech schüsseln alles machen können?
00:14:42: Also sie können sich darin spiegeln zum Beispiel Sie können natürlich die da was reintun.
00:14:49: Aber in einem Video erinnere ich mich noch sehr gut ein kleines Kind, das eine Blechschüssel umgedreht hat also der Boden oben lach.
00:15:00: Und dann hat es die Hände darauf und er hat diese Blechschüssel genommen mit beiden Händen drauf, als quasi Abschützung und zum Weiterschieben beim Krabbeln.
00:15:10: Das ist sich mit den Händern nicht weiter bewegt sondern auf dieser Blech-Schüssel und mit dieser Bleuschüssel dann weiterbewiegt über dem Boden gerutscht und all solche Sachen.
00:15:20: also das finde ich von den Materialien hier nochmal ganz wichtig dass sie Dinge machen, haben zur Verfügung mit denen sie ganz viel machen können und das Zentrale ist bei Emmy Pickler dass Sie es selbst machen können.
00:15:37: Nichts beibringen nichts quasi ihnen unbedingt vormachen sondern selbst machen lassen Das ist ja und die Zeit zu haben ist selbst zu machen.
00:15:52: Jetzt reden wir die ganze zeit von von ihm.
00:15:56: diese machen, weil ich vermute mal häufig kann man ja sagen wir mal vermeintliche Defizite daran erkennen dass irgendwas nicht passiert.
00:16:11: Kannst du das bei so Beobachtungen von Kindern auch sehen, dass du sagst naja guck mal eigentlich könnte das Kind aber es macht es nicht?
00:16:20: Gibt es sowas?
00:16:22: Ja das gibt es Auf jeden Fall, weil... Und da ist es auch wieder ganz wichtig.
00:16:29: Ich suche nicht nach der Ursache warum macht das das nicht?
00:16:34: Sondern ich suche nach Möglichkeiten wie was kann ich dem Kind an Material aber auch an äußere Unterstützung anbieten dass es das machen kann?
00:16:46: und da kommt jetzt etwas ganz ganz Wichtiges im Prinzip neben der ganzen Bewegungsentwicklung noch ein ganz wichtiger Teil, die mich von Emmi Pickler so schön immer wieder mir angucke und auch in Fortbildungen verwende.
00:17:02: Das ist nämlich die Art und Weise wie die Erwachsenen mit dem Kind umgehen also es einmal selber machen lassen.
00:17:09: aber wenn quasi etwas fehlt oder ich meine das etwas fehlt dann muss sich mehr als Erwachsener nicht überlegen Was... Wie bringe ich den Kind jetzt bei, das fehlende Element?
00:17:26: Sondern was braucht das Kind als Grundlage um quasi das alles so selbstständig machen zu können.
00:17:35: Und da zeigt Emi Pickler die war ja nun Leiterin selber Ärztin und Leiteren des Kinderheims, des Säuglingsheims Lozi und da ist eben dieser Umgang Mit den Kindern.
00:17:51: Wie gehen die Erwachsenen mit den Kindern um?
00:17:53: Und das finde ich immer so beeindruckend!
00:17:55: Man muss sich überlegen, diese Kinder, die in dieses Leutlingsheim gekommen sind... Die sind ja dahin gekommen weil sie vorher in der Regel schon viel Schreckliches erlebt haben.
00:18:06: Die Eltern sind gestorben oder es war irgendetwas und dann sind die Kinder in dieses Heim gekommen.
00:18:11: Und zu den Zeiten, Emmi Pickler hat das Heim glaube ich, nineteenhundertsechsenvierzig übernommen.
00:18:17: Zu diesen Zeiten waren Heime ja eigentlich eine Katastrophe für Menschen.
00:18:23: und aber Emmi pickler hat es geschafft durch ihr Engagement und durch ihre Art und Weise die sie selbst gezeigt hat, aber diese die Mitarbeiterinnen auch gezeigt hat den Kindern etwas zu bieten, was wir jetzt mit anderen Worten heutzutage eine grundlegende Stabilität und Sicherheit.
00:18:45: Und da sehen wir in diesen frühen Umgangsweisen mit dem Säuglinge etwas, das sie unter dem Thema Pflege haben Hülle, diese Umhüllung des Kindes eine ganz wichtige Rolle spielt und die Art und Weise die Kinder zu berühren.
00:19:07: Die Art und weil sie ganz langsam zu bewegen und all diese Dinge passen ganz genau zu dem tonisch-emotionalen Dialog den wir bei Occulturier erlebt und gesehen und gelernt haben.
00:19:22: Und das ist ganz, ganz wunderbar wie Emmi Pickler oder die Mitarbeiterin mit den Kindern umgehen und wie sie sich einhüllen.
00:19:31: Und zwar interessanterweise nicht nur in Decken und Ähnliches sondern auch mit ihren Händen und mit ihrem Art und Weise mit den Berührungen von dem Kind aber auch mit Ihren Worten.
00:19:47: M.Picklers Mitarbeiterinnen sprechen sehr viel mit den Kindern, aber es geht nicht bei den Säuglingen nicht um die Worte sondern es geht um die Melodie und die Einhüllung in diesem Klangraum des Erwachsenen der Danschaft.
00:20:03: Und all diese Dinge passen eben ganz wunderbar zu dem was wir in der Entwicklungsbegleitung von der Stabilisierung des Säugs und dann eben auch irgendwann, wenn er genügend Stabilisität hat das kleine Kind mit halbem Dreivierteljahr wie es dann selber in die Welt geht.
00:20:23: Selber in die welt krabbelt und selber eben selber tun kann und dafür braucht es ihm die Grundlage durch die Erwachsenen Und dass ist bei LME Pickler so wunderbar.
00:20:35: Super Danke für deine Erläuterungen.
00:20:42: Also wir reden sehr stark von von Säuglingen und sehr kleinen Kindern.
00:20:48: Gibt es auch Anregungen von NME-Pickler, die man gewissermaßen auf etwas ältere Kinder übertragen kann?
00:20:57: Dass man sagen kann naja das Kind ist vielleicht vier Jahre und ich kann an ihren körperlichen Bewegungen auch noch viel ablesen.
00:21:07: Auf jeden Fall, da gibt es jetzt so mit drei vier Jahren haben wir auch noch Anregungen von Amy Pickler.
00:21:13: Dass das eben ganz wichtig ist, dass natürliche Eltern ein Kind wird umso mehr muss es selbst tun erforschen und die Erwachsenen da sein quasi im Hintergrund.
00:21:27: Da Amy Picklers Säuglingsheim, das ist ja inzwischen Lozzi in eine Kindergrippe umgewandelt worden Es gibt ein ganz wunderbares Video, das heißt auch Lozi.
00:21:40: Wo über viele eineinhalb Stunden, das ist glaube ich lang, wo eben die Mitarbeiterinnen befragt werden wie unterscheidet sich das von der Kinderkrippe jetzt vom Zeuglingsheim und das können wir heute direkt für Kinderklippen auch übernehmen finde ich ganz vieles was dort auf dieser Basis der Haltung von Emmi Pickler gezeigt wird Das heißt, von ihr selber haben wir nicht so viel für ältere Kinder.
00:22:09: Aber die Grundprinzipien sind die gleichen.
00:22:12: Denn wenn ein vier-, fünf-, zehnjähriges Kind, egal Probleme hat mit irgendwelchen Dingen und Sachen – ob das jetzt beim Lernen ist oder mit der Bewegung oder im Kontakt mit anderen Menschen.
00:22:28: Dann haben wir jetzt nach dem Prinzip der Stabilität und Instabilität unserer Entwicklungssichtweise, können wir das auf die gleichen Grundlagen zurückführen zu wenig Stabilitet als Grundlage um in die Veränderung gehen zu müssen.
00:22:45: Und wir haben ja dass wenn ein Kind zu wenig grundlegendes Stabilitäts hat den es im Kontakt mit Erwachsenen normalerweise kriegt dann entwickelt sich bei dem Kind zwei Richtungen oder können sich entwickeln.
00:23:02: Und zwar das eine ist die, der sein Kind mehr und mehr Bewegung macht ständig wechselnd verändert quasi wie so in ein Chaos geht.
00:23:13: Die andere Sache ist sie, dass sein Kind er sich in Gleichförmigkeit, in Stereotypien, in Verweigerungen in sich selber zurückzieht.
00:23:22: Das heißt es eine Kind geht nach außen wird extrem aktiv, vielleicht sogar hyperaktiv.
00:23:29: Und das andere Kind geht eher nach innen und geht in den Rückzug hinein.
00:23:35: Das sind jetzt Sachen die wir aus dem Konstruktivismus von Occulturier und ähnlichen und Hirnorganik entnommen haben.
00:23:46: aber so können wir quasi die Sachen von Emmi Pigler auch übertragen denn sie mit ihren Verhaltensweisen ihnen Hülle, ihnen halt in Sicherheit zu geben auf der einen Seite und sie dann selber machen zu lassen aus auf der Basis einer Sicherheit.
00:24:05: Das können wir in jedem Alter übertragen.
00:24:07: als ein Beispiel ich habe vor einiger Zeit einen Jungen, der war vierinhalb im Kindergarten gesehen wo die Erzieherinnen sagten er ist häufig außer sich Gerät einfach außer sich.
00:24:25: Der explodiert, der schreit, der tobt, er schlägt und schmeißt alles Mögliche.
00:24:32: Und dieses Außersichsein bedeutet ja dass er nicht gut in sich sein kann, dass er in sich quasi nicht genügend Halt hat, nicht genugend Sicherheit.
00:24:45: Und die Erziehren saften aber auch gleichzeitig.
00:24:50: Der lässt sich von uns nicht anfassen, der haut immer gleich ab.
00:24:54: Wundert mich gar nicht, denn dieses Kind hat anfassend sehr häufig erlebt in seinem Leben als festgehalten werden, als davon abgehalten werden von dem was er eigentlich wollte.
00:25:08: und trotzdem brauchte dieses kind Halt- und Sicherheit.
00:25:14: Und jetzt war die große Frage.
00:25:16: Wie kann er das kriegen, was ein Säugling kriegt durch Berührung?
00:25:20: Durch halt geben, was ich vorhin sagte dieses Hülle geben.
00:25:23: wie kann dieser Junge jetzt das kriegen wenn der das anfassen nicht an Nicht nicht aushalten kann weil er damit andere Erfahrungen gemacht hat?
00:25:33: und Ich habe mich dann in einer Situation Das macht man nicht dann wenn er außer sich ist sondern Wenn es gerade neutral ist ihm genährt Und habe mich erst einfach mal nur zu ihm gesetzt.
00:25:46: So habe ich ihn gefragt, ob das in Ordnung ist, dass ich mich dazusetze und dann sauchte er ja.
00:25:51: Er war gerade dabei mit irgendwelchen Bausteinen zu bauen und die auch wieder umzuwerfen und so.
00:25:57: Ich hab mich einfach nur dazu gesetzt!
00:25:59: Er hat ab und zu einen Blick zu mir geworfen und damit war schon ein bisschen Verbindung hergestellt jetzt nicht mit Anfassen sondern die Verbindung erstmal durch Blick.
00:26:09: Dann habe ich diese Verbindung über Worte besucht mit ihm geredet, habe ihn auch mal gefragt ob ich mich auch mal beteiligen dürfte und dann gibt er mir auch die Bausteine und sagt mir was ich damit machen soll.
00:26:23: Habe ich auch gemacht und dann irgendwann waren wir einander bei der Bauaktion so nah dass ich ihn auch das war er beim ersten Mal eher fast zufällig berührt habe und dann registrierte auch der Zug ja gar nicht zurück jetzt.
00:26:42: Und dann habe ich ihm den Vorschlag gemacht.
00:26:45: Wir waren inzwischen nicht beim Baumeln Baustein, sondern so mit kleinen Säckchen.
00:26:49: Ob man die Säckeln vielleicht mal ... ob er mir die auf meine Beine legen darf oder ich bei ihm auf die Beine lege darf.
00:26:56: und so haben wir über die Secke kleine etwas schwerere und leichtere Säcke diesen Körperkontakt aufgenommen.
00:27:06: ganz langsam über diese Kommunikation weiter und irgendwann sagte er, ja du kannst aber auch mal deine Hände auf mein Bein legen.
00:27:17: Ich war ganz überrascht und habe gedacht okay wie fühlt sich das an?
00:27:21: Und dann sagt er kann so ein bisschen drücken usw.
00:27:24: und sofort.
00:27:25: und dann hatten wir diesen Kontakt und er spürte erstmal nur... Das habe ich sehr häufig an Beinen und Füßen.
00:27:32: Dann komme ich ihm mit meinem Oberkörper nicht so nah sich selber spürte, diese Hülle spürt.
00:27:39: Und jetzt habe ich im Grunde genommen was Ähnliches, was Emmi Pickler mit den Säuglingen gemacht hat, dass sie sie eben berührt hat, angefasst hat und ihnen dadurch halb gegeben hat.
00:27:50: Ja wir haben eine ganze Zeit gespielt und dann kam einer Erzieherin dazu und fragte ob sie sich auch einblenden konnte und dann hat die das auch gemacht durfte.
00:28:01: sie hat das Kind eher erlaubt.
00:28:05: Das haben die dann hinterher fortgesetzt.
00:28:07: Körperkontakt mit dem Kind auf einer Basis des Nicht-Festhaltens, dessen nicht von irgendwas abhalten sondern als angenehmes Gefühl und dieser Junge ist nach relativ kurzer Zeit bevor er außer sich geriet weil ihr habt das natürlich auch mit einem gesprochen ist er zu den Erzieherinnen gegangen sind halt mich doch mal fest.
00:28:32: und ja und das passt eben auch zur Amy Pickler
00:28:36: Das ist ein spannendes Beispiel.
00:28:40: Das hat mir jetzt viel geholfen, um das besser zu verstehen.
00:28:48: Wenn Amy Pickler eine Bewegung wäre... Welche wäre sie dann?
00:28:57: Die Arme öffnen also stehen oder sitzen oder hocken egal die arme öffen damit dort jemand an das hinein kann
00:29:08: Super.
00:29:10: Das ist sehr schön!
00:29:13: Danke, Waldhaut für dieses sehr anregende Gespräch über MbPickler Beobachtung von Bewegungen.
00:29:23: Danke dafür!
00:29:24: Ja gerne Michael und Kind ernst nehmen, Kind sein lassen und Kind einfach mir zeigen lassen was es eigentlich möchte.
00:29:49: Sie hörten einen Podcast zum Thema Entwicklungsbegleitung von Waldra Döring im Gespräch mit Michael Wingenfeld.
00:29:58: Weitere Informationen können sie bekommen über die Website www.entwicklungsbekleidung.de
00:30:08: Und wenn ihr Lust habt, mit uns Kontakt aufzunehmen würden wir uns sehr freuen.
00:30:13: Also jede Form von Fragen, Hinweisen vielleicht eigene Erfahrungen, Ergänzungen bitte meldet euch gerne über die E-Mail Adresse auf der Internetseite www.entwicklungsbegleitung.de.
00:30:28: Wir freuen uns auf eure Kontaktaufnahme und Nachricht!
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